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Mikroplastik im Meer – Die unsichtbare Gefahr in unseren Ozeanen

Stell dir vor, du isst einen Fisch zum Abendessen – und mit ihm winzige Plastikpartikel, die jahrzehntelang durch den Ozean getrieben sind. Klingt wie Science-Fiction? Ist aber längst Realität.

Was ist Mikroplastik?

Als Mikroplastik werden winzige Kunststoffteilchen mit einem Durchmesser unter fünf Millimetern bezeichnet (2). Man unterscheidet primäres Mikroplastik – das bereits in winziger Form in die Umwelt gelangt, etwa durch Kosmetikprodukte oder Reifenabrieb – und sekundäres Mikroplastik, das beim Zerfall größerer Plastikgegenstände wie Flaschen oder Fischernetzen entsteht.

Das Ausmaß des Problems

Die Zahlen sind alarmierend: Die Vereinten Nationen schätzen, dass sich in den Meeren bis zu 51 Billionen Mikroplastikpartikel befinden – 500 Mal mehr als Sterne in unserer Galaxie (2). Jedes Jahr gelangen mehr als 19 Millionen Tonnen Plastikmüll in unsere Meere. Wenn das so weitergeht, könnte es bis 2050 nach Gewicht mehr Plastik im Meer geben als Fische (3).

Folgen für Tier, Mensch und Klima

Bei etwa 50 % aller Fische im Mittelmeer wurden bereits Plastikpartikel im Körper nachgewiesen. Die Aufnahme von Mikroplastik kann bei Meerestieren zu verminderter Nahrungsaufnahme, Fruchtbarkeitsproblemen und im Extremfall zum Tod führen (1).

Auch wir Menschen bleiben nicht verschont: Mikroplastik sammelt sich in Meerestieren an und landet über die Nahrungskette beim Menschen. Plastikteilchen wurden bereits in Lebensmitteln wie Bier, Honig und Leitungswasser nachgewiesen (2).

Weniger bekannt ist der Klimaaspekt: Bei der Fragmentierung von Einwegkunststoffen werden Treibhausgase wie Methan freigesetzt – mit einem 34-mal stärkeren Treibhauseffekt als CO2 (1).

Was wird dagegen getan?

Das Projekt „The Ocean Cleanup“ setzt auf schwimmende Barrieren, um Plastik aus den Ozeanen zu fischen. Im Jahr 2024 wurde bestätigt, dass die Säuberung des Großen Pazifischen Müllstrudels zu einem geschätzten Preis von 7,5 Milliarden Dollar erreichbar ist (4). Wissenschaftler betonen jedoch, dass Technologie allein nicht ausreicht: „Wir müssen dringend überdenken, wie wir Plastik produzieren, konsumieren und entsorgen“, so Forscher Merico vom Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung (5).

Was kannst du tun?

Plastikfreie Kosmetik wählen, Waschbeutel für Synthetikkleidung verwenden, Mehrweg statt Einweg bevorzugen und andere aufklären – denn Wandel beginnt mit Bewusstsein (6).

Mikroplastik betrifft uns alle. Smarte Technologien sind wichtig – aber das grundlegende Umdenken im Umgang mit Plastik liegt bei jedem von uns.

Literaturverzeichnis

  1. Deutsche Stiftung Meeresschutz (2025): Mikroplastik im Meer und seine Klimafolgen. https://www.stiftung-meeresschutz.org/themen/meeresverschmutzung/mikroplastik-im-meer-und-seine-klimafolgen/
  2. Europäisches Parlament (aktualisiert 2025): Mikroplastik: Ursachen, Auswirkungen und Lösungen.https://www.europarl.europa.eu/topics/de/article/20181116STO19217/
  3. WWF Deutschland: Unsere Ozeane versinken in Plastikmüll. https://www.wwf.de/themen-projekte/meere-kuesten/plastik/unsere-ozeane-versinken-im-plastikmuell
  4. The Ocean Cleanup (2025): 2024: A record-breaking year. https://theoceancleanup.com/updates/2024-a-record-breaking-year-for-the-ocean-cleanup/
  5. Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung: Plastik in Ozeanen: Schwimmende Müllschlucker sind nicht die Lösung. https://www.leibniz-zmt.de/de/neuigkeiten/nachrichten-aktuelles/archiv-news/plastik-in-ozeanen.html
  6. BUND: Mikroplastik. https://www.bund.net/meere/mikroplastik/