Immer mehr Kleidung landet im Müll. 2024 waren es weltweit rund 120 Millionen Tonnen. Das ist ein gigantischer Berg – und er wächst weiter. Warum passiert das?
Warum wächst der Berg aus alter Kleidung immer weiter? Der Hauptgrund liegt in unserem Konsumverhalten. Menschen kaufen heute rund 60 % mehr Kleidung als im Jahr 2000 – tragen sie aber nur halb so lange. Kleidung ist billiger und verfügbarer geworden, Mode dadurch zur Wegwerfware. Große Marken bringen wöchentlich neue Kollektionen heraus, um Trends zu bedienen. Das führt zu Überproduktion, schlechter Qualität und hohem Ressourcenverbrauch (Ellen MacArthur Foundation, 2017; Greenpeace, 2023).
Billigproduktion und Online-Shopping verschärfen das Problem. Rabatte und kostenlose Rücksendungen fördern spontane Käufe, oft ohne echten Bedarf (Clean Clothes Campaign, 2024).
Auch soziale und psychologische Faktoren spielen eine Rolle. Auf Social Media entstehen ständig neue Mikrotrends, die den Druck erhöhen, immer anders auszusehen. Kleidung wird zum Symbol für Zugehörigkeit und Erfolg – wer nicht mithält, fühlt sich ausgeschlossen. Gleichzeitig wird Shoppen oft als Stimmungsaufheller genutzt – ein kurzer Glücksmoment mit langer Müllspur (BCG, 2025, National Geographic, 2023).
Hinter all dem steckt ein Wirtschaftssystem, das auf Wachstum setzt. Die Modeindustrie lebt vom „immer mehr“, während funktionierende Recycling-Systeme fehlen. So landet ein Großteil der Kleidung nach wenigen Malen Tragen auf dem Müll (UNEP, 2025; National Geographic, 2023).
Die Folgen:
- 80 % der aussortierten Kleidung landen auf Mülldeponien oder in Verbrennungsanlagen.
- Nur 12 % werden wiederverwendet.
- Weniger als 1 % wird zu neuen Textilfasern recycelt (BCG, 2025).
- In Ländern wie Ghana türmen sich die Müllberge: Eine Deponie bei Accra besteht zu 60 % aus weggeworfener Kleidung, fast 20 Meter hoch. (National Geographic, 2023)
Wie können wir unseren Kleiderschrank so verändern, dass er keinen Müllberg mehr wachsen lässt – sondern Teil der Lösung wird?
