Drei neue Wasserkocher in zehn Jahren oder eine Waschmaschine, die schon nach vier Jahren ausfällt? Viele kennen solche Fälle aus ihrem eigenen Alltag – und oft steckt dahinter ein größeres Problem: geplante Obsoleszenz.
Was bedeutet geplante Obsoleszenz?
Dabei handelt es sich um die bewusste Verkürzung der Lebensdauer von Produkten – etwa durch minderwertige Materialien, verklebte statt verschraubter Bauteile oder fehlender Ersatzteile. (1). Viele Geräte sind heute so konstruiert, dass sie kaum geöffnet oder sinnvoll repariert werden können. Dieses strukturelle Problem betrifft nicht nur Elektrogeräte: Auch Kleidung, Schuhe, Möbel oder Spielzeug können bewusst kurzlebig hergestellt sein. (2).
Das Phänomen ist nicht neu: Ein bekanntes historisches Beispiel stammt aus den 1920er Jahren. Große Glühbirnenhersteller reduzierten bewusst die Lebensdauer ihrer Produkte, um den Absatz zu erhöhen. (3). Dennoch ist nicht jedes kurzlebige Produkt absichtlich so konstruiert. (4). Häufig sind Kostendruck, Preiskalkulation oder technische Kompromisse dafür verantwortlich, dass Geräte schneller verschleißen oder Ersatzteile fehlen. Am Ende führt es jedoch zum selben Ergebnis: Produkte halten kürzer und das hat spürbare Folgen.
Wieso ist das problematisch?
Jedes Gerät, das zu früh entsorgt wird, verursacht unnötigen Ressourcenverbrauch, Energieaufwand und Müll. Dabei gehen wertvolle Rohstoffe verloren, deren Gewinnung oft hohe ökologische Kosten verursacht. (5).
Finanziell trifft es Konsument*innen: Geräte müssen häufiger ersetzt werden, und Reparaturen erfordern Zeit und Kosten. Wer jedoch beim Neukauf auf langlebige Geräte achtet, kann Probleme vermeiden, und gezielte Reparaturen helfen zusätzlich, Ressourcen und Geld zu sparen.
Europa reagiert: Recht auf Reparatur
2023 beschloss das Europäische Parlament neue Regeln, die das Recht auf Reparatur stärken sollen. Hersteller müssen Reparaturen ermöglichen, Ersatzteile länger bereitstellen und Produkte reparaturfreundlicher gestalten. (6). Das soll Verbraucher*innen entlasten und die Lebensdauer von Geräten verlängern.
Kurzlebig? Nicht mit uns!
Geplante Obsoleszenz schadet Umwelt, Ressourcen und Geldbörse. Durch bewusste Kaufentscheidungen, aktive Reparaturen und langlebige Produkte können wir Geräte deutlich länger im Einsatz halten – und damit nicht nur nachhaltiger konsumieren, sondern auch Müll vermeiden und wertvolle Rohstoffe schonen.
So geht’s:
- Beim Kauf auf Langlebigkeit, Reparierbarkeit und Ersatzteilverfügbarkeit achten
- Refurbished oder gebrauchte Geräte kaufen
- Geräte möglichst lange verwenden und reparieren lassen
- Repaircafés und Reparaturbonus nutzen
Nützliche Links:
Reparatur-Cafés und Initiativen: https://reuseaustria.at/repaircafes-und-initiativen/
Reparaturbonus: https://www.reparaturbonus.at/
Recht auf Reparatur: https://www.bundeskanzleramt.gv.at/themen/europa-aktuell/2024/07/recht-auf-reparatur-eu-richtlinie-in-kraft-getreten.html
Quellen:
(1)https://www.global2000.at/geplante-obsoleszenz
(2)https://nachhaltig-in-graz.at/geplante-obsoleszenz/
(3)https://konsument.at/100-jahre-obsoleszenz
(4)https://www.umweltbundesamt.de/obsoleszenz-studie-o-toene-zitate
(5)https://greenpeace.at/themen/konsum-verschwendung/details/
