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Lebensmittelverluste vs Lebensmittelverschwendung

Lebensmittelverschwendung vs. Lebensmittelverluste – wo liegt der Unterschied?

Wir alle wissen: Viel zu viele Lebensmittel landen im Müll. Doch wusstest du, dass es dabei zwei verschiedene Begriffe gibt: Lebensmittelverluste und Lebensmittelverschwendung?
Beide bedeuten, dass Essen verloren geht, aber sie entstehen an ganz unterschiedlichen Punkten der Wertschöpfungskette. Schauen wir uns das mal genauer an.

Lebensmittelverluste – das passiert, bevor das Essen im Supermarkt landet

Von Lebensmittelverlusten (engl. food losses) spricht man, wenn Lebensmittel noch vor dem Verkauf verloren gehen – also während der Produktion, Ernte, Verarbeitung oder Lagerung (1).

Das kann viele Gründe haben:

  • Obst und Gemüse werden wegen kleiner Schönheitsfehler aussortiert.
  • Kühlketten werden unterbrochen und Produkte verderben.
  • Maschinenstörungen oder Verunreinigungen machen Rohstoffe unbrauchbar.

Laut der FAO (Food and Agriculture Organization) entstehen die meisten Verluste in den frühen Phasen der Lieferkette – oft lange bevor Lebensmittel überhaupt den Handel erreichen (2).

Besonders in Ländern mit schwacher Infrastruktur führen Wetterextreme, Schädlingsbefall oder fehlende Lagertechnik zu großen Verlusten.

Allein in beispielsweise Deutschland gehen jedes Jahr 11 bis 18 Millionen Tonnen Lebensmittel verloren – und davon wären bis zu 10 Millionen Tonnen vermeidbar (1).

Frische, reife, appetitliche Avocado, die auf einem rollenden Förderband der Produktionslinie läuft

 

Lebensmittelverschwendung – das passiert bei uns

Von Lebensmittelverschwendung (engl. food waste) spricht man, wenn Essen am Ende der Kette verloren geht – also im Supermarkt, in Restaurants oder in unseren Haushalten.

Typische Beispiele:

  • Wir kaufen zu viel und werfen Reste weg.
  • Lebensmittel verderben bei uns zuhause
  • Supermärkte entsorgen Produkte, deren Mindesthaltbarkeitsdatum bald abläuft oder deren Verpackung nicht perfekt aussieht.

Während Lebensmittelverluste eher in ärmeren Ländern vorkommen, ist Lebensmittelverschwendung ein Problem der reichen Länder. Dort sorgen Überproduktion und Überkonsum dafür, dass tonnenweise genießbares Essen im Müll landet (2).

Ein Mülleimer mit Essen darin neben einem Mülleimer

 

Die Folgen – teuer für Umwelt und Klima

Egal ob Verlust oder Verschwendung – das Ergebnis ist dasselbe: Ressourcen gehen verloren und die Umwelt leidet.

Laut dem Umweltbundesamt verursachen Lebensmittelverluste in Deutschland 22 Millionen Tonnen Treibhausgase pro Jahr (1).
Und in den USA macht Lebensmittelmüll sogar den größten Anteil des Deponieabfalls aus. Bei der Zersetzung entsteht Methan, was ein besonders starkes Treibhausgas ist (2).

Fazit: zwei Probleme, eine Lösung

Lebensmittelverluste und -verschwendung sind zwei Seiten derselben Medaille:
Sie entstehen an unterschiedlichen Stellen, führen aber zum gleichen Ergebnis: verschwenderischer Umgang mit wertvollen Ressourcen.

Was dagegen hilft?

  • Politik und Unternehmen müssen Produktion und Lieferketten nachhaltiger gestalten.
  • Wir alle können im Alltag bewusster einkaufen, Reste kreativ verwerten und Lebensmittel richtig lagern.

Wenn Produktion, Handel und Konsum Hand in Hand gehen, können wir der Verschwendung Schritt für Schritt ein Ende setzen und gleichzeitig Klimaschutz und globale Ernährungssicherheit fördern.

Wie ihr eure Lebensmittelverschwendung verringern  könnt, erfahrt ihr in den folgenden Wochen auf unserem Blog, also schaut gerne vorbei! 🙂

 

 

Literaturverzeichnis

(1): Dreyer, J. & Zimmermann, B. (2020). Lebensmittelverluste in der Wertschöpfungskette im Kontext der Digitalen Transformation.

(2): Population Education (2021). What is the Difference Between Food Loss and Food Waste? Retrieved from https://populationeducation.org/what-is-the-difference-between-food-loss-and-food-waste/