Du betrachtest gerade Reparaturen werden wieder leistbarer

Reparaturen werden wieder leistbarer

Ab 12.01.2026 können Konsument*innen in Österreich die „Geräte-Retter-Prämie“ in Anspruch nehmen. Das Nachfolgemodell des Reparaturbonus kann von Privatpersonen mit einem Wohnsitz in Österreich genützt werden. Gefördert wird

  • die Reparatur, Service und Wartung und/oder der Kostenvoranschlag
  • für Reparaturarbeiten, Serviceleistungen oder Wartungsleistungen
  • von Elektrogeräten und Elektronikgeräten, welche üblicherweise in privaten Haushalten verwendet werden
  • und auf der Geräteliste angeführt sind.

Der Geräte-Retter-Bonus kann online über die Plattform https://www.geräte-retter-prämie.at/fuer-privatpersonen beantragt werden.

Die Förderhöhe beträgt 50 % der förderungsfähigen Brutto-Kosten, maximal jedoch 130 Euro für eine Reparatur, Service oder Wartung oder 30 Euro für einen Kostenvoranschlag.

Weichenstellung für eine verbesserte Kreislaufwirtschaft

Im Jahr 2026 plant die Europäische Kommission einen Vorschlag für einen Kreislaufwirtschaftsgesetz anzunehmen. Das Kreislaufwirtschaftsgesetz soll den Binnenmarkt für Sekundärrohstoffe stärken, die Verfügbarkeit hochwertiger Rohmaterialien erhöhen und deren Nachfrage innerhalb der EU ankurbeln. Ziel ist es die Europäische Union bis 2030 zu einem führenden Standort für Kreislaufwirtschaft zu entwickeln. Die Maßnahmen des Kreislaufwirtschaftsgesetzes lassen sich in zwei Hauptbereiche einteilen:

  1. EAG sind der am schnellsten wachsende Abfallstrom, wobei weniger als 40 % der Geräte recycelt werden. Ziel ist es, die wirksame Sammlung und das effektive Recycling der Geräte zu gewährleisten und die Marktnachfrage nach den darin enthaltenen kritischen Sekundärrohstoffen zu generieren. Es kann sich als erforderlich erweisen, bestehende Vorschriften zu überarbeiten, um sie zweckmäßiger und einfacher zu gestalten.
  2. Zweitens könnte eine Kombination von Maßnahmen zur Förderung des Binnenmarkts für Abfälle, Sekundärrohstoffe und ihre Verwendung in Produkten in Betracht gezogen werden. Dies umfasst möglicherweise eine Reform der Kriterien für das Ende der Abfalleigenschaft ebenso wie Vereinfachung, Digitalisierung und Ausweitung der Systeme der erweiterten Herstellerverantwortung, aber auch die Festlegung verbindlicher, zielorientierter, wirkungsvoller und umsetzbarer Kriterien für die Vergabe öffentlicher Aufträge für kreislauforientierte Waren, Dienstleistungen und Bauleistungen, um die Nachfrage in der EU anzukurbeln.

Bei der öffentlichen Konsultation langten 962 Rückmeldungen ein, hiervon fallen 31 Rückmeldungen auf Österreich zurück. So hat etwa die Vereinigung öffentlicher Abfallwirtschaftsbetriebe, die ARGE Österreichischer Abfallwirtschaftsverbände, gemeinsam mit dem österreichischen Gemeinde- und dem Städtebund eine Positionspapier eingebracht, in dem betont wird, dass die kommunale Abfallwirtschaft ein Grundpfeiler für die Kreislaufwirtschaft sei und forderten unter anderem einen „konsequenten Ausbau praxistauglicher, flächendeckender und Bürgerserviceorientierter Sammel- und Rücknahmestrukturen für jene Produkte, welche bereits jetzt oder zukünftig einem EPR-System unterliegen.“ Die Landwirtschaftskammer gab zu bedenken, dass verbindliche Kreislauf- und Recyclingziele je nach lokalen Gegebenheiten und Lebensdauer des Produktes sehr unterschiedlich sein können, etwa sei bei langlebigen Produkten schwer vorhersehbar wann die darin enthaltenen Materialien wieder verfügbar sein werden. Das BMLUK hob die erweitere Herstellerverantwortung, insbesondere für „Elektronikprodukte“, Batterien, Verpackungen und Textilien hervor. Während einige weitere Nicht-Regierungsorganisationen auf die Wichtigkeit der 10-R der Kreislaufwirtschaft verwiesen.

Das Thema EAG und Kreislaufwirtschaft werden weiterhin eng zusammenhängen. Den eingelangten Stellungnahmen kann entnommen werden, dass die in Österreich befassten Ministerien und Organisationen sich stark mit dem Thema der Abfallwirtschaft auseinandersetzten. Das Dossier „Kreislaufwirtschaftsgesetz“ soll im dritten Quartal 2026 veröffentlicht werden. Es bleibt abzuwarten, welche Stellungnahmen aus der öffentlichen Konsultation in den Vorschlag der Europäischen Kommission zum Kreislaufwirtschaftsgesetz einfließen werden.

Quellen:

https://www.geräte-retter-prämie.at/fuer-privatpersonen

Kreislaufwirtschaftsgesetz

Circular Economy Act