In unserer digitalisierten Welt wächst die Menge an nicht mehr genutzten Smartphones, Notebooks, Tablets und Haushaltsgeräten rasant. Jedes Jahr fallen allein in Österreich mehrere Tausend Tonnen Elektro- und Elektronikaltgeräte an.(1) Was viele nicht wissen: In diesen Geräten stecken wahre Schätze. Wertvolle und teilweise seltene Metalle bilden die Grundlage moderner Technologie und genau diese Ressourcen werden weltweit immer knapper.
Welche Metalle stecken in unseren Altgeräten?
Elektronische Geräte enthalten eine große Vielfalt an Metallen, darunter:
- Wertvolle Metalle wie Gold, Silber, Kupfer und Aluminium
- Seltene Metalle wie Kobalt, Tantal, Indium, Gallium, sowie verschiedene seltene Erden (2)
Besonders hohe Nachfrage besteht nach kritischen Rohstoffen. Als kritische Rohstoffe werden die wirtschaftlich wichtigsten Rohstoffe mit hohem Versorgungsrisiko bezeichnet wie zum Beispiel: Wolfram, Gallium, Indium, Lithium, Kobalt oder seltene Erden.(3) Lithium und Kobalt werden für Akkus, Gallium und Indium für LED-Lampen, die seltenen Erden für Elektromotoren und Magnete benutzt.(4)
Warum gehen diese Ressourcen verloren?
In Österreich liegt die Sammelquote für Elektrogeräte zwar bei 62 %.(5)
Einige Metalle, wie etwa Edelmetalle, erreichen bereits Recyclingquoten von über 50 %. Viele andere Metalle und Halbmetalle hingegen werden kaum zurückgewonnen: Mehr als die Hälfte von ihnen weist Recyclingraten unter 1 % auf, darunter insbesondere die Seltenen Erden.(6)
Viele Altgeräte werden falsch entsorgt, landen im Hausmüll oder jahrelang ungenutzt in Schubladen. Einige werden exportiert und dort unter schlechten Umwelt- und Arbeitsbedingungen verwertet.(7)
Was können wir selbst tun?
- Elektrogeräte niemals über den Hausmüll entsorgen
- Rückgabestellen im Handel oder Recyclinghof nutzen
- Geräte länger verwenden oder reparieren lassen
- Refurbished oder gebrauchte Geräte kaufen
Fazit: Unsere Altgeräte sind eine Schatzkiste
Seltene und wertvolle Metalle sind essenziell für die Digitalisierung und die technologische Zukunft. Eine konsequente Kreislaufwirtschaft hilft dabei, Ressourcen zu sichern, die Umwelt zu schützen und soziale Belastungen in Förderregionen zu reduzieren.
Je besser wir sammeln, recyceln und Kreisläufe schließen, desto weniger müssen neue Rohstoffe in Minen gefördert werden und desto nachhaltiger gestalten wir unsere Zukunft.
Quellen
(1) EAK meldet Sammelrekorde für Österreich – elektro.at
(2) Förtsch Gabi, Meinholz Heinz: Handbuch Betriebliche Kreislaufwirtschaft (2023)
(3) Europäische Kommission: Widerstandsfähigkeit der EU bei kritischen Rohstoffen: Einen Pfad hin zu größerer Sicherheit und Nachhaltigkeit abstecken, COM (2020) IMMC.COM%282020%29474%20final.DEU.xhtml.1_DE_ACT_part1_v2.docx
(4) Gesetz zu kritischen Rohstoffen – Consilium
(5) Berichtwesen | Elektroaltgeräte Koordinierungsstelle Austria GmbH
(6) Förtsch Gabi, Meinholz Heinz: Handbuch Betriebliche Kreislaufwirtschaft (2023)
