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Der versteckte Preis unserer Textilien

Infos über Kunststofffasern in unserer Kleidung und im Alltag

Jahrhunderte lang war die Produktion von Textilien bestimmt durch den Einsatz natürlicher Fasern, wie Wolle, Flachs, Leinen oder besonders Baumwolle. Aus der modernen Textilwelt sind aber besonders synthetische Fasern kaum mehr wegzudenken. Wir alle tragen täglich Kleidung mit Synthetik Faser Anteil an unserem Körper. Zwar bringen diese Fasern einige Vorteile mit sich, jedoch bergen sie auch einige Nachteile. Dieser Blogeintrag beleuchtet die wichtigsten Aspekte rund um Kunststoffe in Textilien, erklärt ihre Vor- und Nachteile und gibt eine praktische Tipps für Verbraucher*innen.

Synthetische Fasern – ihre Herstellung und Bezeichnungen

Die Grundlage für viele Kleidungsstücke stellen synthetische Stoffe und Fasern wie Polyurethan, Polyacrylnitril, Polyamid oder beispielsweise Polyester dar. In vielen Fällen werden diese Bezeichnungen jedoch nicht direkt genannt, sondern durch Handelsnamen gekennzeichnet (z.B. Nylon oder Perlon statt Polyamid). Synthetische Fasern werden mithilfe von chemischen Prozessen, aus Erdöl gewonnen. Dafür werden je nach gewünschter Faser verschiedene Methoden angewandt, um bestimmte chemische Verbindungen, Kettenmoleküle bzw. Polymere, herzustellen. Alle synthetischen Fasern sind unterschiedlich und werden je nach Eigenschaften unterschiedlich eingesetzt. Außerdem gibt es auch Fasern aus Naturstoffen, die durch chemische Prozesse modifiziert werden (z.B. Cellulose wird zu Viskose). Auch durch verschiedene Arten des Recyclings werden synthetische Fasern produziert (z.B. durch mechanisches Recycling von PET-Flaschen).

Welche Vorteile haben synthetische Fasern?

Synthetische Fasern sind besonders in Sport- und Outdoorbekleidung, Fast Fashion und funktionalen Haushaltsprodukten beliebt. Doch warum ist das so?

Der Grund ist, dass sie einige wichtige Vorteile mit sich bringen:

  1. Sie zeichnen sich durch ihre hohe Funktionalität aus. Sie sind sehr formbeständig, reißfest und trocknen schnell. Daher eignen sie sich häufig besonders gut für Sportbekleidung, da sie Feuchtigkeit gut ableiten und leicht sind.
  2. Weiters benötigen sie nur geringe Herstellungskosten, wodurch die Textilien allgemein günstiger angeboten werden können.
  3. Sie sind pflegeleicht, was sich beispielsweise dadurch zeigt, dass sie wenig knittern und einfach zu reinigen sind.
  4. Schließlich überzeugen sie auch oft durch ihre Langlebigkeit, denn sie sind sehr resistent und halten hohen Belastungen stand. Dies macht sie nicht nur für Kleidung, sondern auch z.B. technische Textilien attraktiv.

Welche Nachteile bringen synthetische Fasern mit sich?

Auf dem individuellen Level bringen Kunststofffasern im Vergleich zu Naturfasern diesbezüglich Nachteile mit, dass sie weniger atmungsaktiv sind und unangenehmere Gerüche entwickeln können. Weiterführend betrachtet gibt es jedoch noch schwerwiegendere Nachteile. Die Herstellung von synthetischen Fasern ist sehr energieintensiv und greift auf fossile Rohstoffe zurück. Des Weiteren entstehen durch die Produktion von synthetischen Fasern Treibhausgase und Chemikalien, die die Umwelt und auch die Gesundheit der Menschen in der Umgebung belasten. Außerdem besteht eine geringe biologische Abbaubarkeit von Kunststoffasern. Diese verrotten entweder nur sehr langsam oder gar nicht und bleiben daher häufig Jahrzehnte lang in der Umwelt bestehen. Diese negativen Effekte auf die Umwelt, werden derzeit auch besonders durch den Überkonsum der Menschen, die Fast Fashion Industrie und kurzlebigen Trends verstärkt. Einen der größten Nachteile stellt die Verbreitung und Belastung von Mikroplastik dar.

Mikroplastik durch Textilien

Bei der Produktion von Textilien aus Kunststofffasern werden, wie auch bei natürlichen Fasern (z.B. Wolle), aus den synthetischen Fasern Fäden gesponnen, daraus Stoffe gewoben und schließlich das gewünschte textile Produkt hergestellt. Bereits durch das Tragen oder Waschen von synthetischen Kleidungsstücken, werden die Fasern angegriffen und lösen sich in Form von kleinsten Partikeln ab. So entsteht das sogenannte Mikroplastik. Aufgrund ihrer geringen Größe von weniger als fünf Millimetern, können sie nicht einmal durch Filter- oder Kläranlagen aufgehalten werden. Schließlich gelangt das Mikroplastik so ungehindert in Gewässer und Meere.

Fazit

Kunststoffe in Textilien sind also ein zweischneidiges Schwert: Sie ermöglichen funktionale, langlebige und kostengünstige Kleidung, verursachen aber auch Umweltprobleme – insbesondere durch Mikroplastik.

Mit bewussten Kaufentscheidungen, guter Pflege und der richtigen Waschpraxis können Verbraucher*innen die Umweltbelastung jedoch verringern. Gleichzeitig ist die Industrie gefragt, nachhaltigere Lösungen zu entwickeln und den Einsatz von Kunststoffen zu reduzieren.

 

Quellen:

  1. https://projectbluesea.de/kleidung-ist-eine-wichtige-quelle-von-mikroplastik-in-den-meeren/
  2. https://link.springer.com/article/10.1007/s11356-019-06265-w
  3. https://www.eea.europa.eu/en/topics/in-depth/textiles
  4. https://www.eurac.edu/de/blogs/agriculture/synthetisch-praktisch-gut-ueber-produktion-und-einsatz-von-fasern
  5. https://www.quarks.de/umwelt/kleidung-so-macht-sie-unsere-umwelt-kaputt/