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Mikroplastik nun bereits in Bier entdeckt!

Weltweit wurden bis heute bereits mehr als 10 Milliarden Tonnen Kunststoff produziert (2) und da auch 2025 wieder ein globales Abkommen zur Vermeidung von Kunststoffabfällen vor allem durch Erdöl-fördernde Staaten gescheitert ist, nehmen in der Natur entsorgte Abfälle weiterhin zu (8). Auf verschiedenen Wegen gelangen Kunststoffe als Mikroplastik nun auch vermehrt in den menschlichen Körper, so wurde mittlerweile selbst in Bier Mikroplastik nachgewiesen (7). Welche gesundheitlichen Auswirkungen das auf den Körper hat, ist weiterhin wenig erforscht (1,2,3).

Gesundheitliche Auswirkungen

Als Mikroplastik werden Kunststoffteilchen bezeichnet, welche kleiner als 5 Millimeter im Durchmesser sind. Nanoplastik wiederrum sind Teilchen, welche sogar kleiner als 500 Nanometer messen (7). Nanoplastik ist gesundheitsschädlich, da es in menschliche Zellen eindringen kann, wofür viele Mikroplastik Partikel zu groß sind. Nanoplastik schwächt die Zellen nach dem Eindringen und kann beispielsweise Geburtsfehler verursachen (1). Außerdem ist es in der Lage die Blut-Hirn-Schranke zu überwinden (7) und könnte somit Demenz früher und stärker auslösen. So wurde in menschlichen Gehirnen teilweise Kunststoffteilchen im Gesamtumfang eines kleinen Plastiklöffels gefunden (1). Außerdem scheint Nanoplastik den Stoffwechsel zu verändern, Entzündungen und Immunstörungen auszulösen, Krebs zu fördern, sowie Organentwicklungen zu beeinflussen. Die gute Nachricht ist, dass der menschliche Körper immerhin auch in der Lage ist, Mikroplastik wieder ausscheiden zu können (2).

Wie Mikroplastik in den Körper gelangt

Doch wie gelangen diese kleinen Kunststoffteilchen überhaupt in den menschlichen Körper? Wir nehmen Mikroplastik über die Luft, Nahrung, Trinken und wahrscheinlich auch über die Haut auf (2). Allein in Innenräumen atmen Menschen täglich pro Person bis zu 68.000 Mikroplastikpartikel ein. Doch noch gefährlicher ist Feinstaub, welcher vor allem durch den Reifenabrieb im Straßenverkehr entsteht (3). Von den Teilchen, welche kleiner als 10 Mikrometer sind (5), gelangen jedes Jahr allein in der EU ca. 2 Millionen Tonnen durch Reifenabrieb in die Umwelt (6) und teils über die Atemwege auch in den menschlichen Körper.

Schäden auch für die Umwelt

Viel Mikroplastik aus Reifenabrieb gelangt aus der Luft durch Niederschläge in Gewässer und Böden (6). Auch die Zersetzung von in der Natur entsorgten Kunststofftüten, Flaschen und anderen Verpackungen lässt Mikroplastik entstehen und ebenso kann das Waschen von Kleidung aus Kunststofffasern kleinste Teilchen loslösen, welche über Flüsse ins Meer schwämmen oder über Klärschlamm als Dünger auf den Feldern landen. 35% des Mikroplastiks in den Weltmeeren stammen von Faserabrieben aus Textilien (7). In Summe landeten allein 2020 30 Millionen Tonnen Kunststoffe als Abfälle in der Umwelt und bislang konnten Mikro- und Nanoplastik bereits in mehr als 1300 Tierarten weltweit nachgewiesen werden (8). Die Verschmutzung mit Mikroplastik gefährdet vor allem die Vielfalt von Mikroorganismen, was wiederum negative Auswirkungen auf die gesamte nachfolgende Nahrungskette und Nährstoffkreisläufe haben kann (6).

Was können wir tun?

Um die Belastung der Umwelt und somit auch jene von menschlichen Körpern zu verringern, braucht es in erster Linie strukturellen Wandel und Gesetzgebungen, welche auf globaler wie auch lokaler Ebene die achtsame Entsorgung und das Recycling von Kunststoffabfällen besser regulieren, wie auch Feinstaubquellen im Verkehr maßgeblich reduzieren (7). Aber auch im Alltag kann man versuchen, Glas und Metall als Gefäße für Essen und Getränke zu bevorzugen oder beispielsweise hochverarbeitet Lebensmittel oder kunststoffhaltige Hygieneartikel zu vermeiden (2). Doch der Versuch weniger Mikroplastik unbewusst aufzunehmen, ist teils leichter gesagt als getan, denn selbst in Bier aus Glasflaschen wurden nun bereits Mikroplastik entdeckt, welches voraussichtlich im Produktionsprozess durch Kunststoffaparaturen in das Getränk gelangen konnte (7). Ein weiterer Weckruf, dass dringender Handlungsbedarf besteht!

Quellen:

  1. https://www.derstandard.at/story/3000000266200/ist-kaugummikauen-schaedlich-fuer-die-gesundheit
  2. https://www.derstandard.at/story/3000000260057/forscher-geben-tipps-wie-man-die-aufnahme-von-mikroplastik-vermindern-kann
  3. https://www.derstandard.at/story/3000000281777/lecker-der-mensch-atmet-taeglich-bis-zu-68000-mikroplastikpartikel-ein
  4. https://www.spektrum.de/news/mikroplastik-ein-kaugummi-gibt-tausende-mikroplastikpartikel-ab/2257702
  5. https://www.spektrum.de/news/luftverschmutzung-in-innenraeumen-feinstaub-aus-mikroplastik/2280405
  6. https://www.spektrum.de/news/reifenabrieb-veraendert-mikrobielle-gemeinschaft-in-fluessen/2285146
  7. https://www.quarks.de/umwelt/fakten-zu-mikroplastik/
  8. https://www.quarks.de/umwelt/plastik-reduzieren-plastikabkommen/